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Sa, 17.04.10

Martin Büsser & Monochrome

MARTIN BÜSSER liest über “Geschlechterverhältnisse in Punk, Post-Punk und der Emo-Bewegung”

Die meisten Subkulturen sind »homosozial« geprägt, wie Matthew Bannister in seiner Studie »White Boys, White Noise« herausarbeitet: Sie bestehen aus hierarchischen, vorwiegend männlich geprägten Strukturen.  Dieser Befund gilt weitgehend auch für die Punk- und Post-Punk-Szene. So wurde zum Beispiel die amerikanische Hardcore-Szene zu Beginn der 1980er fast ausschließlich von jungen Männern bestimmt. Nicht nur Homosexualität wurde hier ausgeklammert, sondern Sexualität an sich war kein Thema. Erst mit der Riot Grrrl- und Queercore-Bewegung in den 1990er-Jahren erkämpften sich Frauen, Lesben und Schwule innerhalb der Szene wieder Gehör.
Die Frage nach den Geschlechterverhältnissen im Punk ist deshalb so komplex, weil es innerhalb der Punk-Bewegung schnell zu einer Ausdifferenzierung gekommen war: Der Art-School-Punk bzw. Post-Punk bevorzugt nicht nur musikalisch das Experiment, sondern hat seit Bands wie den Slits und X-Ray Spex auch gegen konventionelle Geschlechterrollen und Identitätsmodelle angekämpft. Der orthodoxe Street-, Oi!- und später Hardcore-Punk wird dagegen von einem konservativen Männerbild bestimmt, was so weit geht, dass die Deutschpunk-Band Terrorrgruppe noch 1998 mit dem schwulenfreundlichen Song »Neulich Nacht« bei vielen Fans auf Ablehnung stieß.
Ein weiterer Themenkomplex ist die aus dem Hardcore hervorgegangene Emo-Bewegung, die heute als weltweite Jugendmode auftritt und von vielen anderen Jugendlichen wegen ihrem androgynen Auftreten abgelehnt wird. Wie kommt es, dass Androgynität in unserer Zeit noch ein solches Provokationspotenzial in sich birgt?

Und dazu MONOCHROME live. In Büssers Essay-Sammlung findet sich auch der Versuch (und mehr kann es nicht sein) einer Emo-Diskographie, in der auch MONOCHROME genannt werden: „Aus Dawnbreed erwachsene deutsche Band, die auf hohem technischen Niveau Emo hierzulande salonfähig machte, dabei die rockige Variante à la Jawbox mit weiteren Elementen wie Doppelgesang-Männlein/Weiblein verband und bis heute erfolgreich blieb.“

Was soll man da noch mehr sagen? Das hier vielleicht: Mittlerweile sind die Musiker über ganz Deutschland (und die Schweiz) verteilt, weswegen wir uns umso mehr freuen, einen ihrer seltenen Auftritte präsentieren zu können.

Einlass/Beginn:  20:30/21:00 Uhr

VVK/AK 8/8 Euro

VVK online über http://www.kommkuessen.com

präsentiert von KommKuessen

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